Neurofatigue: Warum bin ich so müde?

Der Grund für Gehirnerschütterung und anhaltende Müdigkeit

Eines der Hauptsymptome, mit denen Menschen nach einer Gehirnerschütterung zu kämpfen haben, ist ‚Neurofatigue‘. Dieses Gefühl bekommst du, wenn du selbst nach einer guten Nacht nicht mehr die Energie aufbringen kannst, um den Tag wie früher anzugehen. An manchen Tagen scheinen selbst die einfachsten Aufgaben überwältigend zu sein und können dazu führen, dass Sie sich ausgelaugt fühlen.

Warum ist das so?

Sicher, zuerst wird Müdigkeit erwartet, und es macht Sinn! Im akuten Stadium der Gehirnerschütterung fühlen wir uns aufgrund des anfänglichen Energiedefizits im Gehirn müde und schläfriger als gewöhnlich (klicken Sie hier, um mehr zu erfahren!). Aber wenn diese Müdigkeit über die ersten paar Wochen (oder sogar Monate) hinaus anhält, beginnen wir uns zu fragen … warum bin ich immer noch so müde? Nun, es kann einen Grund für diese Müdigkeit geben und es hat damit zu tun, wie unser Gehirn in zwei wichtigen Netzwerken arbeitet.

Lassen Sie uns das aufschlüsseln.

Es gibt zwei „Gehirnnetzwerke“, die einander gegenüberstehen.

Das erste ist das Exekutivnetzwerk. Dies ist, was einsetzt, wenn wir uns auf die anstehende Aufgabe konzentrieren. Wir werden eingewählt und sind damit beschäftigt, die Arbeit abzuschließen. Denken Sie – einen Mathe-Test machen oder eine Präsentation halten.

Der andere wird als Standardmodus-Netzwerk oder „Ego“ bezeichnet. Es ist im Wesentlichen unser „Selbstgespräch“ – die zufälligen Gedanken, die wir den ganzen Tag haben, wenn wir nicht aktiv an einer Aufgabe beteiligt sind. Es ist unsere kleine Stimme. Es erlaubt uns, über vergangene Ereignisse nachzudenken oder über zukünftige Ereignisse zu spekulieren. Es ist dieser Teil von uns, der uns „in unseren eigenen Köpfen“ hält.

Wenn wir das Exekutivnetzwerk (unser aufgabenorientiertes Netzwerk) aktivieren, wird unser Standardmodusnetzwerk (das Hintergrundselbstgespräch) heruntergefahren. oder zumindest soll es.

Forscher haben herausgefunden, dass einige Menschen mit anhaltenden Gehirnerschütterungssymptomen ihr Standardmodusnetzwerk bei der Ausführung einer Aufgabe nicht herunterfahren. Funktionelle MRT-Bilder dieser Personen zeigen, dass beide Netzwerke (Executive und Default) gleichzeitig aktiv sind; ein Problem, das als „Default Mode Interference“ (1, 2) bekannt ist. Im Wesentlichen schleicht sich der Standardmodus ein, wenn Sie versuchen, sich zu konzentrieren und eine bestimmte Aufgabe auszuführen. Dies kann zu Ablenkung, Unaufmerksamkeit und letztendlich zu schlechter Leistung führen. Und wenn beide Netzwerke gleichzeitig aktiv sind, verbrennt es doppelt so viel Energie!

Anders ausgedrückt, Ihre kognitive Leistung (Gedächtnis, Konzentration, Leseerhaltung, Arbeitsfähigkeit) leidet UND Sie verbrennen mehr Energie mit relativ minimalen Mengen an kognitiver Aktivität, auch bekannt als Neurofatigue – das Schlimmste!

Störungen im Standardmodus sind nicht nur auf Personen mit Gehirnerschütterung beschränkt. Es wurde auch bei Patienten mit chronischen Schmerzen, posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS), generalisierter Angststörung und Depression gefunden (3).

Die gute Nachricht ist, dass psychologische Interventionen wie kognitive Verhaltenstherapie (CBT) sowie individuelle Strategien wie Achtsamkeitsmeditation Strategien zum effektiven Herunterfahren des Standardmodusnetzwerks und zur Verbesserung der Aufgabenleistung effektiv vermitteln können.

Indem Sie die innere Stimme und die damit verbundene Ablenkung beruhigen, können Sie Ihre Bemühungen besser konzentrieren, ohne sich dabei zu erschöpfen.

Weitere Informationen finden Sie in Folge 50 des Podcasts Ask Concussion Doc:
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1. van der Horn HJ, Scheenen ME, de Koning ME, Liemburg EJ, Spikman JM, van der Naalt J.. Das Standardmodusnetzwerk als Biomarker für anhaltende Beschwerden nach leichter traumatischer Hirnverletzung: Eine longitudinale funktionelle Magnetresonanztomographiestudie. Zeitschrift für Neurotrauma. 2017 Dezember;34(23):3262-9.
2. Khetani A, Rohr C, Sojoudi A, Bray S, Barlow KM. Veränderung der zerebralen Aktivierung während einer Arbeitsgedächtnisaufgabe nach pädiatrischer leichter traumatischer Hirnverletzung: eine prospektive kontrollierte Kohortenstudie. Zeitschrift für Neurotrauma. 2019.6117–38.
3. van der Horn HJ, Liemburg EJ, Aleman A, Spikman JM, van der Naalt J. Gehirnnetzwerke, die die Emotionsregulation und -anpassung nach einer leichten traumatischen Hirnverletzung unterstützen. Zeitschrift für Neurotrauma. 2016 Januar;33(1):1-9.

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